Den Park heute erleben

Der Garten vom Museo Villa dei Cedri ist als dialogischen Raum zwischen Kunst und Natur zu verstehen. Das Prinzip des dialogischen Raums bedeutet zudem, dass der Park in dem Sinn nie statisch und vollendet ist, sondern dass er immer wieder neu bespielt und erlebt werden kann. Dialogisch bedeutet aus ökologischer Perspektive, dass der Park nicht nur für die Menschen attraktiv ist, sondern auch für Tiere und Pflanzen. Für die Kunst wiederum bedeutet dies, dass der Park nicht einfach attraktive Kulisse für darin platzierte Skulpturen ist, sondern die Kunstwerke sich aktiv mit der Umgebung auseinandersetzen.

 

Basierend auf dem Konzept des dialogischen Raums ist das Blumenbeet beim Empfang links nach dem Parkeingang eine wichtige Station, und wird als «Narrative Environment» inszeniert. Dieses Beet dient als Auftakt und wird je nach Ausstellungsprogramm thematisch bepflanzt.

 

Das Beet präsentiert sich als eine üppig bepflanzte biodiverse Gesellschaft aus Pflanzen. Die Ästhetik zeigt den Besuchenden, dass dieser Bereich nach ökologischen Kriterien gestaltet wurde.

 

Wir laden Sie ein, die Geschichten zu entdecken, die uns die Pflanzen erzählen.

Pflanzliche Hausapotheke

(Mai 2026 - Mai 2027)

 

Das Projekt wurde von Monica Ursina Jäger und Regula Treichler vom Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen ZHAW gestaltet. Es ist Teil der neuen Vision für den Parco Villa dei Cedri. Schritt für Schritt verwandelt sich der Park in einen lebendigen, biodiversen und klimaresilienten Garten.

 

Heilpflanzen begleiten den Menschen seit Jahrhunderten als natürliche Hausapotheke. Sie lindern Alltagsbeschwerden, stärken die Selbstheilungskräfte und fördern das Wohlbefinden auf vielfältige Weise. Viele der traditionellen Anwendungen werden heute durch Erkenntnisse der modernen Phytotherapie bestätigt.

 

Die zwölf Pflanzen im Empfangsbeet zeigen die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten von Heilpflanzen – etwa bei Erkältungen, Verdauungsbeschwerden, nervöser Unruhe, Hautreizungen oder kleinen Verletzungen. Manche wirken beruhigend, entzündungshemmend oder immunstärkend, andere fördern die Regeneration oder regen den Stoffwechsel an.

 

Das Beet verbindet traditionelles Heilwissen mit einem zeitgemässen Blick auf Pflanzen als Begleiterinnen im Alltag. Gleichzeitig leisten die vielfältigen Arten einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität und zu einem klimaangepassten Gartenraum im Parco dei Cedri.

Entdecken Sie die zwölf Pflanzen unseres Beets und damit die Vielfalt der pflanzlichen Hausapotheke  :

1. Kamille (Matricaria chamomilla)

Seit Jahrhunderten zählt die Kamille zu den wichtigsten Heilpflanzen der europäischen Hausapotheke. Ihren Blüten werden entzündungshemmende, krampflösende und beruhigende Eigenschaften zugeschrieben. Traditionell kommt sie bei Magen-Darm-Beschwerden, Entzündungen im Mund- und Rachenraum sowie bei Hautreizungen und kleinen Wunden zum Einsatz. Verwendet wird die Kamille vor allem als Tee, Dampfbad oder in Form von Umschlägen.

 

2. Pfefferminze (Mentha × piperita ‘Mitcham’)

Der frische Duft der Pfefferminze macht sie seit jeher zu einer beliebten Heil- und Gewürzpflanze. Ihren Blättern werden krampflösende, beruhigende und erfrischende Eigenschaften zugeschrieben. Besonders bei Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit, Erkältungen oder leichten Kopfschmerzen wird sie seit Jahrhunderten eingesetzt. Verwendung findet die Pfefferminze vor allem als Tee, Inhalation oder äusserlich als Öl und Umschlag.

 

3. Salbei (Salvia officinalis ‘Berggarten’)

Kaum eine andere Heilpflanze wurde über so viele Jahrhunderte hinweg geschätzt wie der Salbei mit seinen silbrig-grünen Blättern und seinem würzigen Duft. Ihm werden entzündungshemmende, desinfizierende und schweisshemmende Eigenschaften zugeschrieben. Besonders bei Beschwerden im Mund- und Rachenraum, Erkältungen sowie zur Unterstützung der Verdauung wird Salbei traditionell verwendet. Auch in der Küche ist er vielseitig einsetzbar und verleiht beispielsweise Pasta, Buttergerichten, Fleisch, Gemüse oder Kräutertees ein kräftiges, aromatisches Aroma. In der Hausapotheke wird Salbei vor allem als Tee, Gurgellösung oder für Inhalationen genutzt.

 

4. Thymian (Thymus vulgaris)

Schon in der Antike galt der aromatische Thymian als wertvolle Pflanze zur Pflege und Stärkung der Atemwege. Ihm werden schleimlösende, desinfizierende und krampflösende Eigenschaften zugeschrieben. Besonders bei Erkältungen, Husten und Beschwerden der Atemwege wird Thymian bis heute geschätzt. Auch in der Küche ist er ein beliebtes Gewürz und verleiht Gemüse-, Kartoffel-, Fleisch- oder mediterranen Gerichten eine würzige Note. In der Hausapotheke kommt Thymian vor allem als Tee, Sirup, Inhalation oder Badezusatz zum Einsatz.

 

5. Ringelblume (Calendula officinalis)

Die leuchtenden Blüten der Ringelblume machen sie seit Jahrhunderten zu einer geschätzten Pflanze in Heilgärten und Hausapotheken. Ihnen werden entzündungshemmende, wundheilende und beruhigende Eigenschaften zugeschrieben. Traditionell wird die Ringelblume bei kleinen Verletzungen, Hautreizungen sowie trockener oder empfindlicher Haut verwendet. Gleichzeitig sind die essbaren Blüten auch in der Küche beliebt und ergänzen Salate, Kräuterbutter oder Teemischungen mit ihrer kräftigen Farbe. Genutzt wird die Ringelblume vor allem als Salbe, Öl, Tinktur oder in Form von Umschlägen.

 

6. Spitzwegerich (Plantago lanceolata)

Oft unscheinbar am Wegesrand wachsend, zählt der Spitzwegerich zu den ältesten bekannten Heilpflanzen Europas. Ihm werden reizlindernde, entzündungshemmende und beruhigende Eigenschaften zugeschrieben. Besonders bei Husten, Erkältungen sowie kleinen Verletzungen oder Insektenstichen wird er bis heute geschätzt. Zerdrückte frische Blätter werden traditionell auch als „Wiesenpflaster“ auf kleine Wunden oder Hautreizungen gelegt. Verwendet wird Spitzwegerich vor allem als Tee, Sirup, Salbe, frischer Umschlag oder direkt als Blattauflage.

 

7. Johanniskraut (Hypericum perforatum)

Wenn im Sommer seine goldgelben Blüten erscheinen, erinnert das Johanniskraut an seine lange Tradition als Heilpflanze für Körper und Seele. Ihm werden stimmungsaufhellende, beruhigende und pflegende Eigenschaften zugeschrieben. Traditionell wird Johanniskraut bei nervöser Unruhe, Schlafproblemen sowie zur Pflege empfindlicher oder gereizter Haut eingesetzt. Verwendung findet es vor allem als Tee, Öl oder in Form von Tinkturen.

 

8. Lavendel (Lavandula angustifolia)

Der feine Duft des Lavendels prägt seit Jahrhunderten Kloster- und Heilgärten im Mittelmeerraum. Ihm werden beruhigende, entspannende und ausgleichende Eigenschaften zugeschrieben. Besonders bei nervöser Unruhe, Schlafproblemen und Stress wird Lavendel traditionell geschätzt. Auch in der Küche finden die Blüten Verwendung und verleihen Desserts, Sirupen, Tees oder Kräutermischungen eine feine aromatische Note. Genutzt wird Lavendel vor allem als Tee, Duftkissen, Badezusatz oder ätherisches Öl.

 

9. Rosmarin (Rosmarinus officinalis)

Schon sein würziger Duft macht den Rosmarin zu einer der charakteristischsten Heil- und Gewürzpflanzen des Mittelmeerraums. Ihm werden anregende, durchblutungsfördernde und stärkende Eigenschaften zugeschrieben. Traditionell wird Rosmarin bei Müdigkeit, Kreislaufbeschwerden sowie zur Unterstützung der Verdauung eingesetzt. Gleichzeitig ist er eine vielseitige Küchenpflanze und verleiht Kartoffelgerichten, Gemüse, Fleisch, Brot oder mediterranen Speisen ein intensives Aroma. In der Hausapotheke wird Rosmarin vor allem als Tee, Badezusatz, Einreibung oder ätherisches Öl verwendet.

 

10. Eisenkraut (Verbena officinalis)

Bereits in der Antike wurde das Eisenkraut als besondere Heilpflanze geschätzt und in vielen Kulturen symbolisch verehrt. Ihm werden beruhigende, stärkende und ausgleichende Eigenschaften zugeschrieben. Besonders bei nervöser Unruhe, Erschöpfung und Erkältungen wird Eisenkraut bis heute verwendet. Genutzt wird es vor allem als Tee, Tinktur oder Badezusatz.

 

11. Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus)

Die leuchtenden Blüten der Kapuzinerkresse machen die Pflanze seit langem zu einem geschätzten Bestandteil der traditionellen Hausapotheke. Ihr werden antibakterielle, schleimlösende und stärkende Eigenschaften zugeschrieben. Besonders bei Erkältungen sowie zur Unterstützung der Atemwege und Harnwege wird sie bis heute verwendet. Die Kapuzinerkresse findet sowohl als Tee oder Tinktur als auch frisch in Speisen und Salaten Verwendung.

 

12. Sonnenhut (Echinacea purpurea)

Der Purpur-Sonnenhut stammt ursprünglich aus Nordamerika und wurde bereits von indigenen Völkern als vielseitige Heilpflanze genutzt. Besonders geschätzt wird er zur Unterstützung des Immunsystems und zur Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte. Traditionell kommt Echinacea bei Erkältungen, Infekten und zur allgemeinen Kräftigung zum Einsatz. Verwendet werden vor allem Kraut und Wurzel, häufig in Form von Tee, Tinkturen oder Tropfen.

Museo Villa dei Cedri - Bellinzona Musei - Città di Bellinzona

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